Geschichte hautnah und lebendig Justin Sonder (90) zu Besuch an der Pestalozzischule in Limbach - Oberfrohna Am 03. November besuchte Justin Sonder, einer der Wenigen die Auschwitz überlebt haben, unsere  Schule. Die Schüler der Klassen 9 hörten seine zutiefst berührende Lebensgeschichte, mit spannenden  Einzelheiten aus dem Alltag eines Heranwachsenden in Chemnitz, der flink gewesen ist, von seinen  Mitschülern gemocht wurde und der ein begeisterter Fußballer war.  Im Februar 1943, nachdem seine Eltern schon nach Auschwitz deportiert worden waren, musste er diesen  Weg auch gehen. Sehr ergreifend schilderte er die furchtbaren Erlebnisse im Lager, wo auch seine Mutter  ermordet wurde (an der Zschopauer Straße 74 in Chemnitz, dem damaligen Wohnhaus der Familie erinnert  ein „Stolperstein“ an Zita Sonder).  Nach dem Krieg war er 19 Jahre alt und wollte zur Kriminalpolizei. Er wurde im damaligen Karl-Marx-Stadt  Leiter der Abteilung für schwere Verbrechen. Trotz Auschwitz bestanden für ihn nie Zweifel zurückzukehren  und ein besseres Deutschland mit aufzubauen. Die Schüler waren sehr aufmerksam und stellten viele  Fragen z.B. nach der Arbeit in dem Lager, ob er seine Eltern wiedergesehen hat und was er heute zu Hitler  sagen würde. H. Sonder antwortete sehr ruhig mit den Worten: „Das Hitler der größte und schlimmste  Massenmörder ist… . Für die Schüler war dieser Tag ein bewegendes Ereignis und eine wertvolle Bereicherung für den  Geschichts- und Gemeinschaftskundeunterricht. Wir danken Herrn Justin Sonder ganz herzlich und  wünschen ihm alles Gute  und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!   Text und Foto: Volker Bokum